Vieh- und Krammarkt Höxter


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Der Vieh- und Krammarkt (im Volksmund auch Schweinemarkt) findet an jedem 1. Mittwoch im Monat in Höxter statt. Wo rund 140 Marktstände in der Markt-, Nicolai-, Grube- und Wallstraße sowie auf Teilen des Walles ihre Waren zum Kauf anbieten. Neben kleinen Haustieren (lebendes Federvieh, z.B. Hühner, vorwiegend in der wärmeren Jahreszeit) findet man hier insbesondere Kleidung, Kurzwaren, Haushaltswaren und Kurioses. Besonders geschätzt wird er zum einen, weil man hier Dinge kaufen kann, die man schon längst im Warensortiment der Discounter nicht mehr finden wird oder Spezielles, das sowieso nur hier zu finden ist. Vor allem aber ist der Vieh- und Krammarkt ein Erlebnis für alle Sinne, nicht zuletzt durch das bunte Bild an unterschiedlichsten Waren, guten Gerüchen und vielen Gaumenfreuden. Natürlich lädt so ein Platz auch dazu ein, sich mit anderen Menschen zu treffen und  auszutauschen.

 

Also ein Kommunikationszentrum unter freiem Himmel mit außergewöhnlichem Ambiente. Ob Muter und Tochter, Freunde, Familien oder Pärchen, das gemeinsame Schlendern über diesen Markt macht einfach Spaß. Und sicherlich ist der Vieh- und Krammarkt ebenso ein großartiger Tipp für jeden Tagestouristen und Urlauber in Höxter, denn eine solche Besonderheit findet man in ganz Deutschland nur noch sehr selten.

 

Geschichtliche Entwicklung der Märkte in Höxter
 

Die Geschichte des Marktgeschehns in Höxter ist bereits seit dem Jahr 833 dokumentiert. Zu dieser Zeit erhielt das Kloster Corvey das erste rechtsrheinische Münz- und Zollrecht sowie vor allem das Marktprivileg. Was zur Folge hatte, dass sich 833 im Bereich der Kiliankirche und des Rathauses, also im Siedlungskern, ein privilegierter Markt bildete. Bei diesem  Markt handelte es sich einerseits um einen Lokalmarkt, auf dem Lebensmittel und Produkte aus der Corveyer Grundherrschaft veräußert wurden, sowie andererseits um einen Warenumschlagplatz für fremde Berufshändler, die unter anderem Warengruppen wie z.B.  Wein, Honig, Wachs, Wolltuche, Pelze, Keramikgefäße, Glasschmuck, Kupfer und Silber anboten. Für das Jahr 1115 ist in der Siedlung Huxor bereits ein Markt mit Weserbrücke festgehalten worden, der an der Kreuzung von Hellweg und Bremer Straße, den beiden überregionalen Verkehrswegen, halbkreisförmig an der Weser entstand. Die  Marktsiedlung besaß Anfang des 12. Jh. neben lokal orientierten Märkten vor allem den dominierenden dreieckigen Marktplatz nahe der Weserbrücke (Fernhandel), auf dem die wirtschaftliche Blüte der Siedlung im Früh- und Hochmittelalter beruht. Das Marktgeschehen als Wirtschaftsfaktor und  Platz zur Beschaffung des täglichen Bedarfs nahm in Höxter so seinen Anfang.

 

 Aber auch in der Neuzeit, wie z.B. kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs um das Jahr 1948 nahm der Handelsplatz Markt in der Weserstadt einen großen Stellenwert ein. Nicht zuletzt aus dem Grund, dass der Zuzug von Tausenden von Ostvertriebenen, außer der Steigerung der Einwohnerzahl (1946: 13.029 E), eine vorher nie gekannte Bautätigkeit sowie einen hohen Zuwachs im Handel und Gewerbe zur Folge hatte, stieg damit auch der persönliche Bedarf der Bürger an Waren aller Art, der unter anderem auf dem Wochenmarkt im Stadtkern gedeckt werden konnte. Mit dem Ergebnis, dass der Wochenmarkt stets sehr gut besucht war,  denn Filialisten und Großmärkte, wie wir sie heute kennen, gab es zu dieser Zeit noch nicht.  Deutschland entwickelte sich stetig weiter und die Zeiten des sogenannten Wirtschaftswunders begannen. Mit der Folge, dass auch verstärkt der Spaß beim Einkauf eine dominante Rolle spielen sollte. Dabei das größte Erfolgsprojekt, der  Huxorimarkt, der seit Mitte der 1970er Jahre bis zum heutigen Tage an Beliebtheit nie verloren hat und als Kulturgestaltung selbst weit über die Grenzen von Höxter alljährlich Tausende von Menschen in die Höxteraner Innenstadt lockt. Dies gilt auch für den Vieh- und Krammarkt, der  sich bis 1996  nur auf dem Wall präsentierte, bis zur Verlegung im  Frühjahr 1997 in den jetzigen Bereich.  

 

Bilder © dieaktuellkamera  - Fotograf: Jan – Pierre Hempel