URSPRUNG DER SCHÜTZENGILDE

 

 

Die geografische Lage der Stadt am Weserstrom sowie die Nähe Corveys machten Höxter schon früh zu einem ansehnlichen und zugleich aber gefährdeten Gemeinwesen. Hier in Höxter trafen sich die Wege, die von Süden in Richtung der Hansestädte und zurückführten, Handelswege, die von Flandern über Dortmund, Soest, Paderborn, Höxter nach Magdeburg, Meißen und Prag gingen. Somit wurde Höxter früh Hansestadt, wo Handel und Wandel blühten und das Bürgertum zu Wohlstand kam. Zugleich aber war für Jahrhunderte Höxter Zankapfel der geistlichen und weltlichen Landesherren, vornehmlich der Abt von Corvey, der immer wieder versuchte, seine Rechte gegenüber der Stadt zu wahren und die aufblühende wirtschaftliche Entwicklung der Stadt eher mit Argwohn registrierte.

Diese besondere Situation der Stadt erforderte schon lange vor 1595 einen festen Zusammenschluss der ganzen Bürgerschaft, galt es doch, räuberische Banden, Wegelagerer, marodierende und plündernde Soldaten abzuwehren und Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Aus der anfänglichen noch ungeordneten bewaffneten Bürgerschaft der Stadt Höxter, die nach bestem Wissen und Gewissen für mehr Ruhe und Ordnung sorgte, bildete sich im Laufe der Jahre eine feste Ordnung, die Schützengilde, als Elite – und Stammgruppe innerhalb der allgemeinen Bürgerwehr. So wurde die Gilde erstmals durch das Statut
(Schützenbrief) des Magistrates der Stadt Höxter 1595 (erneut 1695) urkundlich erwähnt. Ein geschichtsträchtiges Datum, das maßgeblich bis heute das Gründungsjahr der Schützengilde Höxter von 1595 e.V. steht.
Ob im Jahr 1600, als die höxtersche Rebellion ausbrach, die selbst den Bürgermeister zur Flucht nach Corvey veranlasste, oder das Blutbad von Höxter im Jahr 1634, bei dem die Schützen Schulter an Schulter mit den Soldaten der braunschweigischen Besatzung gegen den kaiserlichen Generalfeldmarschall von Glehn kämpften, die Schützengilde war in diesem Jahren ein Machtfaktor, die mit Zucht und Ordnung in ihren eigenen Reihen sich stetig für das Wohl ihrer Stadt einsetzte.

Zwar trat im Laufe der Jahrhunderte der eigentliche Zweck der Schützengilde Höxter, in Notzeiten bei kriegerischen Auseinandersetzungen zu verteidigen, mehr und mehr in den Hintergrund und Weltkriege ließen das Schützenwesen völlig ruhen, dennoch trotzte die Gilde Höhen und Tiefen, Kriege und Krisen.
Nicht zuletzt, weil sich über Jahrhunderte   immer wieder Bürger der Stadt fanden, die für den Erhalt der Schützengilde kämpften und sich als Person einbrachten, unter der Prämisse, dass die Schützengilde Höxter aus freiwilligen Mitgliedern der Stadt bestehen soll, mit dem Zweck, die Liebe zum Vaterland, den Gemeinsinn und die bürgerliche Eintracht dauernd zu beleben und zu fördern (festgelegt im § 1 der Satzung vom 8. September 1899).
 

 

Das Schützenwesen in Höxter im Jahr 2016 - Lebensphilosophie mit Traditionsrezept


Ein Mitglied der Schützengilde Höxter im Jahr 2016 zu sein, bedeutet weit mehr, als alle zwei Jahre ein Schützenfest zu feiern. Dabei im Fokus, die Tradition im Verein und in der Stadt Höxter zu pflegen sowie die Zukunft ihrer Stadt mitzugestalten, also Förderer heimatliche Kultur, die steht’s aufs Neue beweisen, dass sie Sinn für Verantwortungsgefühl gegenüber der Allgemeinheit, echte Kameradschaft, Treue, Fleiß und Idealismus haben. Das sind Werte, die in der heutigen Zeit auch noch unumstritten  sein sollten, denn Schützen bekennen sich zu Werten, die bei vielen Zeitgenossen nicht mehr hoch  im Kurs stehen oder sogar auf manche völlig antiquiert wirken.   

 

Quellenhinweis: Text/400Jahre Schützengilde Höxter 1595-1995 Herausgeber Schützengilde Höxter 1595 e.V.

Bilder: Archiv – dieaktuellekamera ©

Sowie Schützengilde Höxter von 1595 e.V.

  

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