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LANDESGARTENSCHAU IN HÖXTER 2023

Serie: Die Teile der Landesgartenschau (1)

Wall wird zum blühenden Band um die Altstadt

Höxter. Höxters grüner Altstadt-Ring soll bei der Landesgartenschau zum Besucher-Magneten werden. Der mittelalterliche Wall wird zwischen Grubestraße und Corveyer Allee komplett umgestaltet. Gleich im zentralen Eingangsbereich an der Stadthalle wird es blumig: Kniehohe Holzbeete empfangen die Gäste, die im Frühling, Sommer und Herbst jeweils neu bepflanzt werden sollen. Diese sogenannten Wechselflorkästen sollen die Besucher „bunt und fröhlich abholen“, wie es Gartenschau-Geschäftsführererin Claudia Koch formuliert.

Die Wege auf dem Wall selbst werden in Naturstein neu gepflastert – „passend zum neuen Bodenbelag in der Fußgängerzone und an der Weserpromenade“. Zusätzlich entsteht ein schmaler Pfad entlang der Stadtmauer. Das alte Gemäuer wird zur Landesgartenschau komplett mit Stauden bewachsen sein. Claudia Koch verspricht ein „blühendes Band“ – bis auf zwei ökologische Nischen, die die natürliche Vegetation an einer Mauer zeigen sollen.

Auf dem Wall selbst präsentieren sich sechs bis sieben Gartenlandschaftsbaubetriebe aus der Region. Jeder kann auf einer abgeteilten Fläche sein Können zeigen, kündigt Claudia Koch an: „Wir werden dort den Hausgarten von heute und von morgen sehen – von modern bis naturnah.“  Auch zwei direkt an das Gelände grenzende Privatgärten werden von den Besitzern zeitweise für Besucher geöffnet. „Die Leute leben schließlich quasi auf dem Gartenschau-Gelände“, erklärt die Geschäftsführerin das Konzept der Bürgergärten. Ebenso wird der Außenbereich des neu gebauten Bethel-Wohnheims in das Gartenschau-Areal integriert.

Auf dem ehemaligen Hallenbad-Parkplatz entsteht ein Kinderspielplatz, der sich thematisch mit Märchen beschäftigt – wie es sich für die Hänsel-und-Gretel-Stadt Höxter gehört. Genau wie für die beiden weiteren Spielplätze auf dem Gartenschaugelände wurde dafür eigens ein Gestaltungswettbewerb ausgelobt.  

Jeder bekommt sein Eckchen auf dem Wall: Die Schulen, die Kleingartenvereine, die Lebenshilfe, eventuell auch die Partnerstadt Sudbury. Besonderer Hingucker werden der Porzellangarten der Manufaktur Fürstenberg und der Buddha-Garten, ist sich LGS-Geschäftsführer Jan Holsteg schon jetzt sicher. Genauso sehenswert wie der Beitrag der Architektur- und Landschaftsarchitektur-Studenten von der Technischen Hochschule.  

Hinter der Nicolai-Schule entsteht ein weiterer Spielplatz, der das Leben in einer mittelalterlichen Stadt aufgreift. „Wir wünschen uns dort von den Spielplatzplanern ein

Türmchen, wo man von oben den Grundriss der Stadt erahnen kann“, verrät Holsteg. Verschiedene Friedhofsgärtner werden zeigen, wie Gräber gestaltet werden können. Den Abschluss bildet der Lesegarten am Hoffmann-von-Fallersleben-Denkmal – mit Bücherschränken und Sitzgelegenheiten zum Schmökern. „Der Bereich wird als Stadtplatz ganz neu gefasst und durch eine Grüninsel von der Straße abgetrennt.“

Genauso soll der Berliner Platz als Eingang zur Stadt und zur Gartenschau deutlich an Aufenthaltsqualität gewinnen. „Wir planen dort auf vielfachen Wunsch ein Freiluft-Schachspiel, zwei Tischtennisplatten und eine Boule-Bahn“, sagt die Gartenschau-Chefin. Bänke, Abfalleimer – die komplette Infrastruktur werde erneuert. „So wollen wir auf Dauer das Antlitz der Anlage verbessern“, so Claudia Koch weiter.

Sie hat das erklärte Ziel, die Gartenschau-Besucher durch die Stadt zu leiten. „Wir lenken die Leute bewusst Richtung Marktstraße, zu den schönen Fachwerkfassaden, mitten durchs lebendige Treiben in den vollen Cafés und inhabergeführten Geschäften“, betont die Baudezernentin.

Demnächst werden die Bauarbeiten in den einzelnen Parkteilen nach und nach beginnen. Sobald die Bagger in den jeweiligen Abschnitten rollen, wird die Gartenschau-Gesellschaft Baustellenführungen für Interessierte anbieten. Die Termine werden noch bekanntgegeben.